Sonderforschungsbereich 633

Analyse der spezifischen Bedingungen der Aktivierung und Differenzierung von T-Zellen in der gastrointestinalen Schleimhaut: Die Ergebnisse sollen Möglichkeiten eröffnen, um protektive Mechanismen verstärken und chronische Entzündungen abzuschalten.

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SFB633 "Induktion und Modulation T-zellvermittelter Immunreaktionen im Gastrointestinaltrakt"

Die innere Oberfläche des Magen-Darm-Traktes stellt die bei weitem größte Grenzfläche des Organismus zur belebten Außenwelt dar. Über diese Oberfläche muss sich der Körper mit einer enormen Vielfalt von Bakterien aus der intestinalen Flora sowie Antigenen aus der Nahrung auseinandersetzen. Der Magen-Darm-Trakt hat somit eine entscheidende Barrierefunktion, um den Organismus vor dem Eindringen potentiell krankmachender Organismen und Fremdstoffe zu schützen.

Die zentrale Zielsetzung des SFB 633 bezog sich auf die Analyse der spezifischen Bedingungen der Aktivierung und Differenzierung von T-Zellen in der gastrointestinalen Schleimhaut, wodurch letztlich die Qualität der Immunantwort bestimmt wird. Die gewonnen Ergebnisse sollen Möglichkeiten eröffnen, um protektive Mechanismen verstärken und chronische Entzündungen abschalten zu können. Sie sollen somit unmittelbare Anwendung in der klinischen Praxis finden. Zur Erreichung dieser Zielsetzung waren im SFB Arbeitsgruppen aus der grundlagenorientierten, der krankheitsorientierten und der patientenorientierten Forschung zusammengefasst.

Der Sonderforschungsbereich gliederte sich in zwei Projektbereiche:

Im Projektbereich A „Topografie und Induktion der Immunreaktion im Darm“ stand im Zentrum, welche Bedingungen die Effektorfunktionen von T-Zellen bestimmen. Der methodische Zugang zu dieser Fragestellung reicht von der Analyse molekularer Schalter in T-Zellen über in vitro Modelle und Tiermodelle bis hin zu Studien am Menschen.

Der Projektbereich B „Regulation und Modulation der intestinalen Immunität“ beschäftigte sich mit den Faktoren, die auf die gezielte Einwanderung von Immunzellen in die Schleimhaut Einfluss haben und die chronischen Entzündungsprozesse unterhalten können. An einzelnen Beispielen wurde die unmittelbare Anwendung in der klinischen Praxis überprüft. Hierzu gehören die Helicobacter pylori-Infektion, die Graft-versus-Host-Erkrankung der Darmschleimhaut, der Morbus Whipple und die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

Eine zentrale Stellung im SFB nahmen die Z-Projekte ein. Diese stellen methodische Plattformen dar, die die anderen Teilprojekte in ihren Vorhaben unterstützen. Die Schwerpunkte lagen hierbei auf spezifischen immunhistologischen Techniken sowie der Mithilfe bei der Multiparameteranalyse im Rahmen der Durchflusszytometrie.

Die Zusammenführung grundlagenorientierter und klinisch orientierter Forschungsgruppen sollte die Translation vom Labor in die Klinik beschleunigen und zur Entwicklung neuer Therapieoptionen für chronisch entzündliche Darmerkrankungen und immunvermittelte Erkrankungen anderer Organlokalisationen führen.

Der Sonderforschungsbereich 633 ist seit dem 30.06.2015 nach 12-jähriger Förderzeit abgeschlossen.