Endosonografie (oberer Gastrointestinaltrakt)

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Endoskopischer Ultraschall (Endosonographie) des oberen Gastrointestinal-Traktes

Liebe Patientin, lieber Patient!

Ihre behandelnde Ärztin / ihr behandelnder Arzt hat Sie bei uns zu einer endoskopischen Ultraschalluntersuchung von Speiseröhre, Magen, Bauchspeicheldrüse, Zwölffingerdarm und/oder Gallewegen angemeldet (im folgenden Endosonographie genannt). Wir wollen Ihnen kurz erläutern, wie diese Untersuchung ablaufen wird und was Sie als Patient dabei zu beachten haben.

Warum muss eine Endosonographie bei Ihnen durchgeführt werden?

Die häufigsten Gründe, weshalb eine Endosonographie erforderlich ist, sind die Beurteilung von Tumoren, die Beurteilung der Bauchspeicheldrüse und von Gallen und Bauchspeicheldrüsengängen und die Probegewinnung aus einem Bereichen, der für einen Tumor verdächtig ist. 

     

Untersuchungsablauf

Bei der Endosonographie werden die Speiseröhre, der Magen und der Zwölffingerdarm untersucht. Dabei wird der flexible Untersuchungsschlauch (Endoskop), der an seiner Spitze sowohl mit einer Optik als auch mit einer Ultraschallsonde versehen ist, über den Mund eingeführt. Unter Sicht erfolgt dann das Vorschieben in den Magens, der mit Wasser gefüllt wird, da Ultraschall durch Luftschichten nicht möglich ist. Vom Magen aus werden die Bauchspeicheldrüse, die Hauptschlagader, die Milz, die linke Nebenniere, die linke Niere, die linke Leber und die Magenwände beurteilt. Nach Übertritt in den Zwölffingerdarm werden der Kopf der Bauchspeicheldrüse, die Gallengänge und der Bauchspeicheldrüsengang untersucht. Beim Rückzug können dann mit aller Sorgfalt die Speiseröhre und die umliegenden Strukturen untersucht werden. Zusätzlich können mit einem spezielle Schallkopf aus tumorverdächtigen Bereichen durch eine Punktionskanüle Gewebeproben entnommen werden, die dann vom Pathologen feingeweblich untersucht werden.

Die Dauer der Untersuchung beträgt in der Regel 20 Minuten. Bei schwierigeren Untersuchungsbedingungen (z.B. nach Operationen) oder akuten Blutungssituationen kann sich die Untersuchungszeit verlängern. Um Ihnen das Einführen des Endoskops angenehmer zu machen, wird Ihnen eine Betäubungsspritze verabreicht, so dass Sie die gesamte Untersuchung über schlafen. Wegen dieser Schlafspritze müssen Sie sich im Anschluss an die Untersuchung bei uns für etwa 1-2 Stunden unter Überwachung ausschlafen. Zusätzlich dürften Sie für 24 Stunden kein Auto fahren, keine Maschine bedienen und keine Verträge abschließen. 

Mögliche Komplikationen 

Komplikationen bei der Endosonographie sind äußerst selten. Dennoch birgt leider jeder Eingriff ein gewisses Risiko. Bei der Untersuchung kann es – in seltenen Fällen - zu Verletzungen der Organwand durch den Untersuchungsschlauch (Endoskop) kommen. Bei der Entnahme von Gewebsproben können Blutungen auftreten. Extrem selten kommt es bei der Untersuchung zu einem Durchbruch (z.B. Magendurchbruch), insbesondere wenn durch ein Geschwür die Magenwand schon stark geschä- digt ist. Falls solche Komplikationen auftreten sollten, müssten Sie ins Krankenhaus aufgenommen werden und ggf. erneut gespiegelt oder in seltenen Fällen (z.B. bei einem Durchbruch) operiert werden.

Ein Infektion mit Krankheitserregern durch die bei der Untersuchung verwendeten Geräte ist theoretisch möglich. Aufgrund der Maschinen, die wir zur Aufbereitung der Geräte verwenden, kann eine Infektion allerdings nahezu ausgeschlossen werden. Durch die Untersuchung besteht jedoch das Risiko, dass Bakterien bei der Untersuchung aus dem Magen des Patienten in die Blutbahn gelangen. Bei Patienten mit stark vorgeschädigten Herzklappen kann dies zu einer Infektion der Herzklappe mit Darmbakterien führen. Wenn bei Ihnen eine solche Vorschädigung der Herzklappen bekannt ist, informieren Sie bitte die überweisende Ärztin / den überweisenden Arzt und die Untersucherin / den Untersucher (in einem solchen Fall haben Sie wahrscheinlich auch bereits einen Herzpass). Es muss dann vor der Untersuchung und 6 Stunden danach ein Antibiotikum gegeben werden, das die Infektion zuverlässig verhindert.

Unabhängig von der eigentlichen Spiegelung kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen auf das Beruhigungsmittel und zu Herz-Kreislauf-Reaktionen kommen. Deshalb wird bei jedem Patienten vor Gabe einer Beruhigungsspritze und während der Untersuchung der Blutdruck, der Puls und die Sauerstoffversorgung im Blut gemessen.

Insgesamt ist das Komplikationsrisiko der Endosonographie sehr gering, selbst wenn mit dem Endoskop behandelt wird (z.B. Punktion). Deshalb hat sich dieses Untersuchungsverfahren weltweit als Standardverfahren durchgesetzt.

Aus rechtlichen Gründen benötigen wir jedoch trotzdem Ihr Einverständnis vor der Durchführung der Untersuchung.

     

Datenerfassung und – auswertung:

Die erhobenen Befunde werden EDV-gestützt erstellt und gespeichert. Hierbei wird strengstens auf die Einhaltung der ärztlichen Schweigepflicht und des Datenschutzes geachtet. Die Befunde werden im Anschluss ausschließlich Ihrem Hausarzt oder – auf Ihren ausdrücklichen Wunsch – einer anderen Person zugeschickt.

Ferner werden die Daten zur nötigen Qualitätssicherung oder zur Beantwortung gezielter wissenschaftlicher Fragestellungen einer statistischen Auswertung zugeführt. In beiden Fällen werden die Daten anonym ausgewertet, ein Rückschluss auf Ihre Person ist nicht möglich.