Endosonografie (unterer Gastrointestinaltrakt)

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Endoskopischer Ultraschall (Endosonographie) des unteren Gastrointestinal-Traktes

Liebe Patientin, lieber Patient!

Ihre behandelnde Ärztin / ihr behandelnder Arzt hat Sie bei uns zu einer endoskopischen Ultraschalluntersuchung vom Enddarm angemeldet (im folgenden Endosonographie genannt). Auf den folgenden Seiten wollen wir Ihnen kurz erläutern, wie diese Untersuchung ablaufen wird und was Sie als Patient dabei beachten müssen.

Warum muss eine Endosonographie bei Ihnen durchgeführt werden?

Die häufigsten Gründe, weshalb eine Endosonographie erforderlich ist, sind die Beurteilung von Tumoren, die Beurteilung von Zysten (z.B. Endometrioseverdacht), die Beurteilung des Gewebes um den Enddarm (z.B. Fisteln oder Abszesse) und die Probengewinnung aus einem Bereichen, der für einen Tumor verdächtig ist. 

     

Untersuchungsablauf

Bei der Endosonographie wird der Enddarm untersucht. Dabei wird der starre Stab oder der flexible Untersuchungsschlauch (Endoskop), der an seiner Spitze sowohl mit einer Optik als auch mit einer Ultraschallsonde versehen ist, über den After eingeführt. Das Endoskop wird vorgeschoben, und der Enddarm wird meist mit Wasser gefüllt, da Ultraschall-Untersuchungen durch Luftschichten nicht möglich sind. Vom Enddarm aus werden beim Mann die Samenbläschen und die Vorsteherdrüse, bei der Frau die Gebärmutter und die Scheide beurteilt. Beim Rückzug können dann mit aller Sorgfalt die Schleimhaut des Enddarmes und die umliegenden Strukturen untersucht werden. Zusätzlich können mit einem spezielle Schallkopf aus tumorverdächtigen Bereichen durch eine Punktionskanüle Gewebsproben entnommen werden, die dann vom Pathologen feingeweblich untersucht werden.

Die Dauer der Untersuchung beträgt in der Regel 15 Minuten. Bei schwierigeren Untersuchungsbedingungen (z.B. nach Operationen) oder akuten Blutungssituationen kann sich die Untersuchungszeit verlängern.

Um Ihnen das Einführen des Endoskops angenehmer zu machen, wird Ihnen eine weiche Salbe in den After eingeführt. Eine Schlafspritze ist in aller Regel nicht erforderlich.

Mögliche Komplikationen

Komplikationen bei der Endosonographie sind äußerst selten. Dennoch birgt leider jeder Eingriff ein minimales Risiko. Bei der Untersuchung kann es – in seltenen Fällen - zu Verletzungen der Organwand durch den Untersuchungsschlauch (Endoskop) kommen. Bei der Entnahme von Gewebsproben können Blutungen auftreten. Extrem selten kommt es im Rahmen der Untersuchung zu einem Durchbruch (z.B. Darmdurchbruch), insbesondere wenn durch ein Geschwür die Darmwand schon stark geschädigt ist. Falls solche Komplikationen auftreten sollten, müssten Sie ins Krankenhaus aufgenommen werden und ggf. erneut gespiegelt oder in seltenen Fällen (z.B. bei einem Durchbruch) operiert werden.

Ein Infektion mit Krankheitserregern durch die bei der Untersuchung verwendeten Geräte ist theoretisch vorhanden. Aufgrund der Maschinen, die wir zur Aufbereitung der Geräte verwenden, kann eine Infektion allerdings nahezu ausgeschlossen werden. Durch die Untersuchung besteht jedoch das Risiko, dass Bakterien aus dem Magen des Patienten bei der Untersuchung in die Blutbahn gelangen. Bei Patienten mit stark vorgeschädigten Herzklappen kann dies zu einer Infektion der Herzklappe mit Darmbakterien führen. Wenn bei Ihnen eine solche Vorschädigung der Herzklappen bekannt ist, informieren Sie bitte die überweisende Ärztin / den überweisenden Arzt und die Untersucherin / den Untersucher. In einem solchen Fall haben Sie wahrscheinlich auch bereits einen Herzpass. Dann muss vor der Untersuchung und 6 Stunden danach ein Antibiotikum gegeben werden, das die Infektion zuverlässig verhindert.

Insgesamt ist das Komplikationsrisiko der Endosonographie äußerst gering. Deshalb hat sich dieses Untersuchungsverfahren weltweit als Standardverfahren durchgesetzt.

Aus rechtlichen Gründen benötigen wir trotzdem Ihr Einverständnis vor der Durchführung der Untersuchung. 

     

Datenerfassung und – auswertung

Die erhobenen Befunde werden EDV-gestützt erstellt und gespeichert. Hierbei wird strengstens auf die Einhaltung der ärztlichen Schweigepflicht und des Datenschutzes geachtet. Die Befunde werden im Anschluss ausschließlich Ihrem Hausarzt oder – auf Ihren ausdrücklichen Wunsch – einer anderen Person zugeschickt.

Ferner werden die Daten zur nötigen Qualitätssicherung oder zur Beantwortung gezielter wissenschaftlicher Fragestellungen einer statistischen Auswertung zugeführt. In beiden Fällen werden die Daten anonym ausgewertet. Ein Rückschluss auf Ihre Person ist nicht möglich.