Speiseröhrenbruch

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Speiseröhrenbruch

Definition:

Einen "Bruch" der Speiseröhre bezeichnet der Mediziner als "ösophageale Hernie". Dabei unterscheidet man die sog. "axiale Hiatus- oder Gleithernie" von der "paraösophagealen Hernie" (hier erfolgt der Bruch neben (=para) die Speiseröhre, z. B. durch Anteile des Magens).

Symptome:

In der Mehrzahl der Fälle sind die Hernien Zufallsbefunde ohne klinische Symptomatik oder therapeutische Relevanz!. Eine klinische Bedeutung erlangt die Hiatushernie erst dann, wenn sie mit einer Refluxösophagitis assoziiert ist. Treten aber Beschwerden auf, sind dies meist: Sodbrennen, Schmerzen im Brustkorb, Oberbauchschmerzen, Schluckstörungen, häufiges Spucken, besonders nach den Mahlzeiten; bei gleichzeitig bestehender Schwäche des unteren Speiseröhrenschließmuskels kann sich eine "Refluxösophagitis" entwickeln.

Ursache:

Wie beim "Leistenbruch" kann es auch bei der Speiseröhre als Folge einer Gewebeschwäche zu einer Bruchstelle kommen, durch die sich dann die Speiseröhre nach oben schiebt. Dies entsteht meist auf dem Boden der Lockerung der Durchtrittsstelle der Speiseröhre durch das Zwerchfell im höheren Alter. Hernien gehören zu den häufigsten Befunden der Endoskopie. Ca. 50% aller untersuchten Patienten weisen eine axiale Hiatushernie auf (bei älteren Menschen wird sie in bis zu 75% der Fälle nachgewiesen). Der Mageneingang (Kardia) gleitet durch die erweiterte Durchtrittstelle des Zwerchfells (Hiatus) in den Brustkorb.

Diagnostik:

Mit der 24-Stunden-pH-Messung kann man vermehrte, auffällig lange Episoden von Magensaftrückfluss (Refluxepisoden) bezogen auf den Altersnormalbereich messen. Mit der Magenspiegelung kann man die Hernie direkt sehen und ggf. Schleimhautproben entnehmen wenn der Verdacht auf das Vorliegen einer Refluxösophagitis besteht. Im Ultraschall kann man u. U. die Weite des Hiatus bestimmen oder einzelne Refluxepisoden beobachten. Eine Röntgenkontrastuntersuchung (Magen-Darm-Passage) kann ebenfalls weiterhelfen.

Therapie:

Nur eine Hernie, die mit Beschwerden einhergeht, muss auch therapiert werden!

Allgemeinmaßnahmen:

- Häufige, kleine Mahlzeiten
- Bauchlage und Hochlagern 30°
- Andicken der Nahrung (nicht bei Ösophagitis!)

Medikamentöse Therapie:

- Prokinetika
- Antazida
- H2-Blocker bei nachgewiesener, schwerer Refluxösophagitis
- Protonenpumpenhemmer bei sehr schweren Verläufen
- Überprüfung der konservativen Therapie mit pH-Metrie oder Endoskopie

Operative Therapie:


Bei Kindern, die älter als 2 Jahre sind, konservativem Therapieversagen oder schwerem Reflux mit Komplikationen, schwerer Ösophagitis. Grundsätzlich soll ein ausführliches Arzt-/Patienten-Gespräch den Patienten über Nutzen und mögliche Risiken eines Eingriffes aufklären.

Komplikationen:

Refluxösophagitis. Selten können sich Geschwüre in der Hernie entwickeln, die zu Blutungen führen können. In der Folge entzündlicher, refluxbedingter Veränderungen kann es zur Verkürzung des mit Plattenepithel überzogenen Ösophagus kommen (sog. Brachyösophagus).